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Forum Wissenschaft & Umwelt zum Spannungsfeld Staatsziele

  • Stop zum Antrag für Staatsziele „Wachstum, Beschäftigung und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort“
  • Schluss mit Verbalattacken auf Justiz und Wissenschaft sowie „Totschlagargumenten“!
  • Sachliche Diskussion aktueller Entwicklungen, ihrer Hintergründe und zukunftsfähiger Lösungen!


Ein Lehrstück über Ziele, Selbstverständnis und Gemütszustand vonm Projektbetreibern über Interessenvertretungen bis zur Politik sieht Prof. Dr. Reinhold Christian, geschäftsführender Präsident Forum Wissenschaft & Umwelt, in den Reaktionen auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes gegen die Errichtung der dritten Piste beim Flughafen Wien. „Verbalattacken auf Richter, Gerichte und Wissenschafter, Schlagworte statt Argumente zu Wachstum, Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit sind nicht akzeptabel und zeugen von Fehlverständnis und großer Irritation.“

Als besorgte Staatsbürgerin, aber auch als verantwortungsbewusste Wissenschafterin äußerte sich O.Univ.Prof. Dr.phil. Helga Kromp-Kolb, Präsidentin Forum Wissenschaft & Umwelt. „Zu kritisieren ist die Vorgangsweise, diesen Antrag auf neue Staatsziele ohne öffentliche Diskussion beschließen zu wollen, ebenso wie inhaltliche Mängel. Es fehlt den Akteuren offenbar das zeitgemäße Verständnis von Nachhaltigkeit“, so Kromp-Kolb. Sie sieht großen Informations- und Diskussionsbedarf und betont daher „kritische Worte sollen daher nicht als Störfeuer verstanden werden. Für die bevorstehenden tiefgreifenden Umwälzungen bieten wir wissenschaftliche Begleitung an um mitzuhelfen, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.“

„Die Einführung der Staatsziele „Wachstum, Beschäftigung und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort“ wäre eigentlich völlig überflüssig, da das Staatsziel Nachhaltigkeit ja die Komponenten Ökologie, Ökonomie und Soziales umfasst“ erläuterte Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Kerschner, Vizepräsident Forum Wissenschaft & Umwelt. „Allerdings finden sich in der Begründung klare Hinweise, dass künftig bei Abwägungen wirtschaftliche Aspekte jedenfalls gegenüber Umweltargumenten zu bevorzugen seien. Entscheidungen wie bei der dritten Piste werden zukünftig fast unmöglich. Der Antrag ist daher kontraproduktiv und unbedingt zu stoppen.“

„Es ist schockierend, wie Tatsachen verdreht werden. Projekte wurden in der Vergangenheit nicht wegen Umweltproblemen abgelehnt.“, ergänzte OA Assoz.-Prof. PD DI Dr. med. Hans-Peter Hutter, Vorstand der Organisation "ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt". „Bei Umwelt- und Klimaschutz geht es immer auch um Gesundheitsschutz, alles das ist wesentlich für die kommenden Generationen. Auf Grund des Initiativantrags ist Feuer am Dach, er muss gestoppt werden.“

Univ.Prof. Dr. Michael Getzner, Vorstandsmitglied Forum Wissenschaft & Umwelt,  erläuterte: „Es gibt ein fundamentales Missverständnis, was Wachstum und Wirtschaft ist. Wirtschaftswachstum bedeutet nicht, dass es den Menschen besser geht, beispielsweise durch mehr Wohlstand: Eine sozial ungerechte Verteilung, Arbeitslosigkeit, berufsbedingte Erkrankungen, Umweltschäden und Klimawandel sind im Brutto-Inlandsprodukt nicht berücksichtigt. Ein Außerstreitstellen der ökonomischen Grundlagen, eine Versachlichung der Diskussion ist daher dringend notwendig.

Abschließend gingen Getzner und Christian auf Vorschläge des Forum Wissenschaft & Umwelt für die Etablierung eines zukunftsfähigen Lebens- und Wirtschaftsstils ein, der Wohlfahrt und allgemeines Wohlbefinden steigert und vom quantitativen materiellen Wachstum wegführt. Getzner betonte insbesondere die Wichtigkeit finanzieller Anreize und präsentierte das Ökosteuer-Modell des Forum Wissenschaft & Umwelt.

Die Pressemappe und Fotos zum Pressegespräch stehen zur freien Verfügung unter: https://www.dropbox.com/sh/foltrgvspaij7ep/AAAmqqKflmm1Sy-SG-_c7Vqza?dl=0

Rückfragen bitte an Dr. Reinhold Christian, Tel: 0699/120 18 571, office@fwu.at